
Kurz erklärt
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Du kannst mit jedem schwierigen Hund umgehen. Du erkennst am Gang, ob ein Pferd gesund läuft. Du hörst am Telefon, ob ein Halter wirklich kommt oder nur höflich absagt. Und trotzdem steht am Monatsende zu wenig auf dem Konto - nicht, weil du fachlich schlecht bist, sondern weil zu wenige Anfragen reinkommen.
Das ist ein Akquise-Problem. Und Akquise ist kein Charisma-Talent, sondern ein Plan mit Wochenaufgaben. Hier ist der 90-Tage-Fahrplan, mit dem du als Tierprofi von null zum ausgebuchten Quartal kommst - ohne Kaltakquise-Bingo und ohne Marketing-Studium.
Warum 90 Tage der ehrliche Zeitraum sind
Kein Guru verkauft dir hier „10 Kunden in 10 Tagen“. Das funktioniert nur mit fertiger Zielgruppe und einer Preisliste, die schon steht. Realistisch braucht Akquise in einem Vertrauensberuf drei Dinge: Zeit bis zum ersten Gespräch, Zeit zwischen Gespräch und Entscheidung, und Zeit, bis ein zufriedener Kunde dich weitergibt.
90 Tage sind deshalb kein Marketing-Trick, sondern der kürzeste Zeitraum, in dem alle drei Phasen einmal durchlaufen sind. 13 Wochen, in denen du nicht alles auf einmal machst, sondern pro Woche eine Aufgabe abarbeitest.
Die Rechnung hinter den 10 Kunden
10 Kunden in 13 Wochen sind etwa 0,8 Kunden pro Woche. Klingt machbar - ist es auch, wenn du es auf Kanäle verteilst statt an einer Stelle zu würgen:
- 3 Kunden aus deinem Umfeld - ehemalige Kolleg:innen, Vereinskontakte, eigene Kundschaft, deren Hund längst einen Folgetermin braucht.
- 3 Kunden über Empfehler - Tierarztpraxis, Tierfachhandel, Tierheim, Physio, befreundete Hundeschule.
- 2 Kunden über lokale Sichtbarkeit - Google-Unternehmensprofil und eine Website, die tatsächlich bucht.
- 2 Kunden über Social Media - nicht Reichweite, sondern Vertrauen in dein Können.
Dazu die Gesprächsrechnung, die du kennen musst: Aus rund drei ernsthaften Erstgesprächen wird im Tierberuf erfahrungsgemäß ein zahlender Kunde. Für 10 Kunden brauchst du also grob 30 Gespräche - etwa zweieinhalb pro Woche. Nicht hundert. Zweieinhalb.
Woche 1-2: Sortiere dein Angebot, bevor du telefonierst
Die meisten starten mit der Kundensuche und scheitern an der Frage, die dann kommt: „Was kostet das und was genau mache ich mit dir?“ Wer da herumdruckst, verliert - nicht an Preisen, sondern an Unklarheit.
In den ersten zwei Wochen klärst du drei Dinge:
- Wen du wirklich bedienst. „Tierbesitzer“ ist keine Zielgruppe. „Hundehalter mit angst- oder aggressionsthematischen Tieren in der Umgebung von X“ schon.
- Was dein Angebot ist. Ein Paket mit klarem Umfang und Ergebnis - zum Beispiel „5 Einheiten Einzeltraining mit Halter-Coaching und Übungsplan für zuhause“.
- Was es kostet. Zahl, fertig. Wer den Preis erst im Gespräch erfühlt, kommuniziert Unsicherheit, und Unsicherheit kostet dich genau die Kunden, die am besten zahlen würden.
Mehr dazu im Kurs Pricing & Positionierung für Tierprofis. Wenn du noch am ganz grundsätzlichen Aufbau bist, geht der Weg über Fundament: Dein Tierbusiness starten.
Woche 3-4: Die ersten drei Kunden sitzen näher, als du denkst
In Woche 3 und 4 sprichst du niemanden Fremden an. Du arbeitest deine vorhandene Liste ab: ehemalige Wegbegleiter:innen, Leute aus Verein und Zuchtverband, die Person, deren Welpe bei dir längst eine Folgeeinheit bräuchte.
Wichtig ist die Reihenfolge. Frage nicht „Hast du mal Interesse?“ - das ist die schwächste Frage im Tierbusiness. Frage konkret: „Ich starte gerade ein neues Trainingsprogramm für genau dein Thema. Ich habe noch zwei Plätze in diesem Monat - soll ich dir zeigen, was drin ist?“
Genau für diese Gespräche gibt es fertige Skripte: 5 davon, plus den Kunden-Tracker, findest du in Die ersten 10 Kunden in 90 Tagen. Du musst das Rad nicht neu erfinden - du musst nur den ersten Kunden ins Programm holen.
Woche 5-8: Empfehler statt Kaltakquise
Jetzt kommt der Hebel, der die meisten Tierprofis ernährt, und genau der, den fast niemand anfasst: die Tierarztpraxis. Sie sieht deine Zielgruppe täglich - und hört bei jedem Problemtier „Wenn der auch noch so wäre wie der andere, wäre alles gut“.
In diesen vier Wochen baust du parallel drei Empfehlungsquellen auf:
- Tierarztpraxis - mit einem kurzen Anschreiben und einem konkreten Vorschlag, was du für ihre Kundschaft tust, nicht mit einer allgemeinen Bewerbung. Der komplette Ablauf inklusive Skripte und 90-Tage-Plan steht in Die Tierarztpraxis als Partner.
- Tierfachhandel und Zubehörläden - Tür-zu-Tür mit Visitenkarten und Einverständnis zum Aushang.
- Befreundete Tierberufe - Tierphysio, Ernährungsberatung, Pferdecoach: nicht Konkurrenz, sondern Überweisungsnetzwerk.
Faustregel: Eine Empfehlung wird nur weitergegeben, wenn der Empfehler drei Sätze über dich sagen kann, die er auswendig weiß. Gib sie ihm.
Woche 9-11: Gefunden werden, wenn gesucht wird
Woche 9 bis 11 holen dich in die Sichtbarkeit - aber erst jetzt, weil du vorher ein Angebot brauchtest, das einen Suchenden überhaupt auffangen kann.
Drei Baustellen, in dieser Reihenfolge:
- Google-Unternehmensprofil - vollständig, mit Kategorie, Zeiten, Fotos und dem klaren Hinweis, dass man buchen kann.
- Website, die bucht - ein Satz, was du für wen löst, ein Preis zumindest als „ab“, ein Buchungsweg ohne Hürde. Eine Seite, die nur „Über mich“-Text enthält, verkauft nichts.
- Lokale Suche und KI-Suche - genau die Ortsbezeichnungen und Leistungsbegriffe, mit denen Halter suchen, statt Fachjargon.
Wie Halter tatsächlich suchen und wie du dort auftauchst, zeigt Gefunden werden: Website, Google-Profil, lokale Suche. Wenn du den Content-Teil willst, Social Media mit Biss - buchstäblich.
Woche 12-13: Aus Kunden Rückkehrer machen
Die letzten zwei Wochen entscheiden, ob deine 10 Kunden einmal gezahlt haben oder ob ein Einkommen daraus wird. Vier Handgriffe pro Kunde:
- Folgetermin direkt am Ende der Einheit verabreden - nicht „meld dich mal“, sondern „in drei Wochen, gleicher Tag“.
- Bewertung erbitten, solange die Begeisterung frisch ist.
- Ein Paket anbieten, wenn die erste Serie durch ist.
- Die 90-Tage-Bilanz ziehen: Welcher Kanal brachte wie viele Anfragen, welche Themen zahlen wirklich?
Wer diese Auswertung macht, weiß danach genau, wo sein nächster Monat hingeht. Wer sie überspringt, fängt wieder bei null an.
Die vier beliebtesten Ausreden - und was sie dich kosten
- „Meine Zielgruppe ist nicht auf Google.“ Dann ist sie bei der Tierarztpraxis, im Fachhandel oder im Verein - und du bist trotzdem nicht dort.
- „Ich will niemanden bedrängen.“ Nichts an diesem Plan bedrängt jemanden. Du fragst nach einem Gespräch, nicht nach einer Unterschrift.
- „Ich muss erst fertig werden mit meinem Angebot.“ Du wirst nie fertig. Die Gespräche machen dich fertig.
- „Jetzt ist gerade keine gute Zeit.“ Kurs-Sammelwut in der Schublade hat noch niemandem einen Kunden gebracht.
Checkliste für den Start
- Ein Satz, der beschreibt, wen du wie löserst
- Ein Paket mit Umfang und Ergebnis
- Ein Preis, den du ohne Räuspern nennst
- Liste mit 20 Kontakten aus deinem Umfeld
- Anschreiben für drei Tierarztpraxen
- Google-Profil vollständig, Buchungsweg auf der Website
- Kunden-Tracker angelegt und wöchentlich gepflegt
Dein Quartal startet mit dem ersten Gespräch
Nichts hier ist Theorie. Es ist eine Reihenfolge von Aufgaben über 13 Wochen - und die Programme, die dir die Skripte, Pläne und Tracker dafür fertig liefern. Wenn du wissen willst, wie so ein Verkaufsgespräch läuft, sobald jemand vor dir sitzt, geht es weiter mit Das Verkaufsgespräch im Tierberuf.
Oder du fängst mit dem Sprint selbst an: Die ersten 10 Kunden in 90 Tagen. 13 Wochenpläne, 5 Skripte, ein Tracker - und am Ende hoffentlich keine leere Auftragslage mehr, sondern ein ausgebuchtes Quartal.
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