Kooperationen mit Tiermarken: Marken richtig ansprechen
Kurz gesagt
Kooperationen mit Tiermarken anbahnen: welche Marken passen, wie die erste Anfrage aussieht und worauf du beim Vertrag achtest.
Das Wichtigste in Kürze
- Sprich zuerst Marken an, die wirklich zu deinem Tier und deinem Alltag passen, nicht die mit der größten Reichweite.
- Marken suchen bei Tier-Accounts Vertrauen, Interaktion und echte Nähe zur Community, nicht nur hohe Followerzahlen.
- Deine erste Anfrage ist kurz, konkret und zeigt in wenigen Sätzen, was du der Marke bringst.
- In Deutschland kennzeichnest du bezahlte oder mit Gegenleistung verbundene Beiträge klar mit 'Werbung' oder 'Anzeige'.
- Keine Kooperation ist wichtiger als das Wohl deines Tieres: Produkte, die deinem Tier schaden könnten, lehnst du ab.
Kooperationen mit Tiermarken beginnen fast nie damit, dass eine große Marke dich zuerst anschreibt. Sie beginnen damit, dass du selbst eine passende Marke findest, höflich auf dich aufmerksam machst und in wenigen Sätzen zeigst, was ihr gemeinsam machen könntet. Das klingt unaufgeregt, und genau so ist es auch. In diesem Beitrag gehe ich mit dir Schritt für Schritt durch: welche Marken zu deinem Tier-Account passen, was Marken wirklich suchen, wie deine erste Anfrage aufgebaut ist und worauf du bei Produktprobe, Gegenleistung, Vertrag und Kennzeichnung achtest.
Ich bin Michael, Mantrailing-Trainer aus Wien, und meine zwei Hunde Petra und Siegfried sind oft genug Teil meines Alltags in den sozialen Netzwerken. Ich schreibe hier aus der Praxis, nicht aus einer Werbebroschüre. Es gibt keine Garantien und keine Zahlen zum Verdienst, dafür konkrete Schritte, mit denen du sauber startest.
Welche Marken zu deinem Tier-Account passen
Bevor du irgendjemanden anschreibst, klärst du eine einfache Frage: Welche Produkte benutzt du mit deinem Tier ohnehin? Das Futter, das Geschirr, die Leine, das Spielzeug, die Pflege. Genau dort liegen deine ersten ehrlichen Kooperationen. Wenn du ein Produkt selbst gut findest, wirkt deine Empfehlung glaubwürdig, und das merkt deine Community sofort.
Der Markt dahinter ist groß. In einem Großteil der Haushalte im deutschsprachigen Raum lebt mindestens ein Heimtier, und der Umsatz mit Futter, Zubehör und Pflege geht in die Milliarden. Hinter jedem dieser Produkte steckt eine Marke, die sichtbar werden will.
Mach dir eine kurze Liste mit drei Spalten:
- Marken, die ich schon nutze. Die stehen ganz oben, weil du ehrlich darüber sprechen kannst.
- Marken, die thematisch passen. Dein Account dreht sich um Mantrailing? Dann passen Suchleinen, Schleppleinen und robuste Geschirre besser als modische Accessoires.
- Marken in deiner Größe. Kleine und mittlere Marken antworten oft eher und lassen dir mehr Spielraum als große Konzerne mit festen Agenturprozessen.
Sortiere nach Passung, nicht nach Bekanntheit. Eine kleine regionale Futtermarke, die zu deinem Tier passt, bringt dir mehr als ein großer Name, dessen Produkt du nie verwenden würdest.
Was Marken bei Tier-Accounts wirklich suchen
Viele glauben, es gehe nur um die Followerzahl. In der Praxis schauen Marken stärker auf das, was zwischen dir und deiner Community passiert. Wie oft kommentieren Menschen? Reagieren sie auf deine Fragen? Vertrauen sie deinen Empfehlungen? Ein kleiner, lebendiger Account ist für eine Marke oft wertvoller als ein großer, stiller.
Dazu passt eine Entwicklung des gesamten Marktes. Für 2026 wird der weltweite Umsatz mit Influencer-Marketing auf rund 48 Milliarden Euro geschätzt, in Deutschland auf etwas weniger als eine Milliarde Euro (Statista, 2026). Marken investieren also, und sie verteilen dieses Geld längst nicht nur an die ganz Großen.
Was eine Marke konkret bei dir sucht:
- Echte Nähe. Deine Community soll das Gefühl haben, dich und dein Tier zu kennen.
- Verlässlichkeit. Du lieferst, was du zusagst, in der Zeit, die du nennst.
- Themenklarheit. Eine Marke erkennt auf den ersten Blick, worum es bei dir geht.
- Passende Bildsprache. Deine Fotos und Videos müssen nicht perfekt sein, aber zur Marke passen.
Wenn du daran noch arbeitest, hol dir vorher Struktur. Ein sauberer Account-Aufbau mit klarem Thema und regelmäßigen Inhalten macht jede Anfrage leichter.

Die erste Anfrage: Aufbau und Beispieltext
Deine erste Nachricht entscheidet oft darüber, ob du überhaupt eine Antwort bekommst. Halte sie kurz. Niemand liest eine halbe Seite. Zeig in wenigen Sätzen, wer du bist, warum du dich meldest und was die Marke davon hat.
Ein bewährter Aufbau:
- Kurze Vorstellung. Dein Name, dein Tier, dein Thema. Ein Satz.
- Warum genau diese Marke. Zeig, dass du dich mit ihr beschäftigt hast.
- Was du anbietest. Konkret: ein Reel, zwei Stories, ein Beitrag mit Foto.
- Ein freundlicher Abschluss. Eine klare Frage, damit die Antwort leichtfällt.
So könnte das aussehen:
Hallo [Name der Marke], ich bin Michael, und das ist Siegfried, mein Hannoverscher Schweißhund. Auf meinem Account geht es um Mantrailing und den Alltag mit Suchhunden. Euer Geschirr nutze ich selbst beim Training und bin begeistert von der Verarbeitung. Ich würde gern ein kurzes Reel aus einem echten Trainingstag zeigen, in dem das Geschirr vorkommt. Hättet ihr Interesse an einer Zusammenarbeit? Gern schicke ich euch dazu ein paar Beispiele meiner bisherigen Inhalte.
Dieser Text verspricht nichts Übertriebenes. Er ist höflich, konkret und leicht zu beantworten. Leg dir zwei, drei Varianten davon an, damit du nicht jedes Mal bei null anfängst.
Was deine Anfrage stark macht, ist ein kleines Media-Kit: eine Übersichtsseite mit deinem Thema, deinen Zahlen und zwei, drei Beispielinhalten. Wie du das aufbaust, liest du im Beitrag Media-Kit für Petfluencer: Aufbau, Inhalte, Beispiele.
Produktprobe, Gegenleistung, Vertrag: worauf du achtest
Am Anfang bieten viele Marken keine Bezahlung, sondern Produkte. Das ist normal, und oft ein guter Einstieg. Trotzdem lohnt es sich, von Beginn an klar festzuhalten, was beide Seiten geben und bekommen. Das schützt dich und wirkt professionell.
Klär vor jeder Zusage diese Punkte:
- Leistung. Was genau lieferst du? Ein Reel, eine Story, ein Beitrag? In welcher Qualität?
- Gegenleistung. Produktprobe, fester Betrag oder beides? Wer trägt Versandkosten?
- Zeitrahmen. Bis wann veröffentlichst du? Marken planen oft in festen Zeiträumen.
- Nutzungsrechte. Darf die Marke deine Fotos und Videos selbst verwenden? Wenn ja, wo und wie lange?
- Exklusivität. Darfst du gleichzeitig mit ähnlichen Marken arbeiten?
Für kleine Kooperationen reicht oft eine kurze schriftliche Vereinbarung per E-Mail, in der diese Punkte stehen. Je größer die Zusammenarbeit, desto wichtiger wird ein richtiger Vertrag. Lies ihn in Ruhe und frag nach, wenn etwas unklar ist. Ein seriöser Partner nimmt sich die Zeit dafür.
Ein ehrlicher Hinweis: Rechne auch bei einer reinen Produktkooperation deinen Aufwand mit. Ein gutes Reel kostet dich Zeit für Planung, Dreh und Schnitt. Entscheide, ob der Wert der Probe und die Sichtbarkeit diesen Aufwand wert sind.
Kennzeichnung und Tierwohl bei Kooperationen mit Tiermarken
Sobald du für einen Beitrag eine Bezahlung oder eine Gegenleistung bekommst, musst du ihn als Werbung kennzeichnen. In Deutschland sind dafür die Begriffe "Werbung" oder "Anzeige" vorgesehen. Das gilt auch, wenn die Veröffentlichung an Bedingungen geknüpft ist oder du Rabattcodes und Affiliate-Links nutzt. Produkte, die du selbst gekauft hast, gelten in der Regel nicht als Werbung. Die aktuellen Regeln und konkrete Beispiele findest du im Leitfaden der Medienanstalten (die-medienanstalten.de, 2025).
In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln, die in die gleiche Richtung gehen: Werbung muss als solche erkennbar sein. Wenn du dir unsicher bist, kennzeichne lieber einmal mehr als zu wenig. Das ist keine Rechtsberatung, sondern ein praktischer Rat aus dem Alltag. Setz die Kennzeichnung deutlich an den Anfang des Beitrags, nicht versteckt am Ende.
Noch wichtiger als jede Vorschrift ist das Wohl deines Tieres. Keine Kooperation rechtfertigt es, dein Tier unter Druck zu setzen, zu verkleiden oder in Situationen zu bringen, die ihm unangenehm sind. Petra und Siegfried machen nur mit, wenn sie entspannt sind, und ein Shooting ist nach wenigen Minuten vorbei, wenn einer der beiden keine Lust hat. Diese Haltung kostet dich vielleicht die eine oder andere Kooperation. Sie bewahrt dir aber das Vertrauen deiner Community, und das ist dein eigentliches Kapital.
Prüf jedes Produkt mit zwei Fragen: Würde ich das meinem Tier auch ohne Kooperation geben? Ist es gesund und sicher? Lautet eine Antwort Nein, sagst du ab. Deine Empfehlung ist nur so viel wert wie deine Glaubwürdigkeit.
So gehst du den nächsten Schritt
Such dir jetzt drei Marken aus, die du ohnehin nutzt, und schreib für die erste eine kurze, ehrliche Anfrage nach dem Aufbau oben. Mehr braucht es für den Start nicht. Wenn du vorher wissen willst, wie gut dein Account für Kooperationen aufgestellt ist, mach den kostenlosen Petfluencer-Check von Schnauze. Er zeigt dir in wenigen Minuten, wo du schon stark bist und wo du vor der ersten Anfrage noch nachschärfen solltest.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Followern lohnen sich Kooperationen mit Tiermarken?
Es gibt keine feste Grenze. Viele Marken arbeiten gezielt mit kleineren Accounts, weil dort die Community aktiver ist. Wichtiger als die Zahl sind echte Interaktion und ein klares Thema.
Muss ich jede Kooperation als Werbung kennzeichnen?
In Deutschland gilt: Sobald du eine Bezahlung oder Gegenleistung bekommst oder der Beitrag an Bedingungen geknüpft ist, kennzeichnest du ihn als 'Werbung' oder 'Anzeige'. Selbst gekaufte Produkte sind in der Regel keine Werbung.
Was mache ich, wenn eine Marke nur Produkte statt Geld anbietet?
Das ist am Anfang normal. Entscheide, ob der Wert der Probe und die Sichtbarkeit zu deinem Aufwand passen. Halte auch bei reinen Produktkooperationen fest, was du lieferst und bis wann.
Darf ich Produkte bewerben, die ich meinem Tier nie geben würde?
Nein. Wenn ein Produkt nicht zu deinem Tier passt oder ihm schaden könnte, lehnst du ab. Deine Empfehlung ist nur so viel wert wie das Vertrauen deiner Community.
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